Performnace
13.09.2026, 20:00-21:00 Uhr
Black Power Naps, Bedside Manner
Hörsaalruine
10 Euro/5 Euro ermäßigt
Das Ticket berechtigt zum Besuch des gesamten Programms des Festivals „Horizontal“ am 13. September sowie zum Eintritt in das Museum.
Das Tagesprogramm des Festivals für den 13. September finden Sie hier.
Bedside Manner ist ein horizontales Performance-Ritual, das in der Charité stattfindet – halb Wiegenlied, halb Exorzismus, halb kollektive Entlastung. Der Titel ist der klinischen Sprache der Pflege entlehnt und fragt, was geschieht, wenn Erschöpfung vererbt wird und wenn Ruhe selbst zu einem radikalen Akt wird.
In Bewegungen aus Liegen, Zuhören, Berührung und Hingabe begeben sich Performer*innen und Publikum in eine temporäre Genesungsstation für spirituell Überarbeitete. Bedside-Rhythmen verschränken sich mit Blues, geflüstertem Gebet, angeleitetem Schlaf, Berichten von der Front und klanglicher Verführung. Körper legen sich nicht aus Niederlage nieder, sondern aus Verweigerung: der Verweigerung von Produktivität, Wachsamkeit, Fassung und der lebenslangen Disziplin des Aufrechtseins.
Bedside Manner versteht Horizontalität zugleich als Zeremonie und Gegenzauber – als eine Weise, das abzulegen, was der Körper tragen musste. Irgendwo zwischen Mahnwache, Katharsis und gespenstischer Chorprobe wird die Performance zu einem Ritual für die Schlaflosen, die Untersuchten, die Pflegenden, die Ausgebrannten und die historisch Unerholten.
Hier ist das Bett nicht nur Ort von Krankheit oder Intimität, sondern eine Bühne der Vergebung.
Shadow Fannie Sosa ist eine international ausgezeichnete, vielfach gefeierte interdisziplinäre Künstlerin, Wissenschaftlerin und Aktivistin. Ihre (they/hem) afro-diasporischen und indigenen Herkunftslinien prägen ihre langjährige Forschung, ihre Performances und ihre Lehrtätigkeit. Sosas Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung lustvoller Methoden, die auf vibrationaler und klangbasierter Therapie, körperlichen Bewegungspraktiken zur Befreiung des Körperkerns sowie transformierenden, sozial gerechtigkeitsorientierten Publikationen beruhen.
Zu den Texten von Fannie Sosa gehören A White Institutions Guide For Welcoming Artists Of Color And Their Audiences, Pleasurable MOONStruation, The Origins Of Patriarchy und Bio-Hack is Black. Ihre Performances wurden unter anderem in der Tate Modern, im Matadero Madrid und bei den Wiener Festwochen gezeigt. Im Rahmen ihrer sozialpolitischen Arbeit hat Sosa Fortbildungen und Beratungen für das Performance Space New York, das Mousonturm Frankfurt und die Tate Modern durchgeführt.
Navild Acosta ist Creative Capital Artist, Disability Futures Fellow und ein international anerkannter Künstler und Aktivist mit Sitz in Berlin. Seine transgender, queere und schwarz-dominikanische Identität prägt seine gemeinschaftsbasierten Arbeiten. Navilds Texte sind unter anderem in Performance Journal, VICE, Brooklyn Magazine, Apogee Journal und BOMB Magazine erschienen. Seine Performances wurden u. a. im Matadero Madrid, der Tate Modern, Tanz im August, am Kunst-Werke Institut, bei den Wiener Festwochen, der David Roberts Art Foundation, dem Kimmel Center, MoMA PS1, Studio Museum und New Museum gezeigt. Er hat mit Alicia Keys, Fannie Sosa, BEARCAT, Lyle Ashton-Harris und Ralph Lemon zusammengearbeitet.
Yocheved Zenaida-Cohen tritt unter dem Künstlernamen Obliviana auf und arbeitet vor allem als Musikerin und Autorin. Sie stammt aus Florida und lebt derzeit überwiegend in Brooklyn, New York.