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Öffnungszeiten

Das Gehirn in Wissenschaft und Kunst

16.06.23 – 08.09.24

Eine Ausstellung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité und

der Bundeskunsthalle, Bonn,

in Zusammenarbeit mit dem Berlin Center for Advanced Neuroimaging und

der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation der Klinik für Neurologie der Charité

Termine für die Kurator*innenführungen finden Sie hier

Birgit Dieker | Hirnschnitt, 2012

Das Gehirn ist ein Buch mit sieben Siegeln. Als zentrales Körperorgan, das unser Sein und Wesen ausmacht, gilt es in seinen Strukturen und Funktionen in vielerlei Hinsicht noch als unverstanden. Aktuell unternimmt die Neurowissenschaft die größten Forschungsanstrengungen, um die Rätsel des Gehirns zu lösen. Daraus schöpft sie innovative Ansätze für Diagnose und Therapie von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, gerade in Berlin, gerade auch an der Charité.

Die Ausstellung „Das Gehirn in Wissenschaft und Kunst“ lüftet den Vorhang. Sie bietet allen Interessierten einen Gang hinter die Kulissen. Sie zeigt, wie detailliert sich die Landkarte des Gehirns inzwischen zeichnen lässt, wo Wahrnehmung, Empfinden, Erinnern und Denken sitzen, wie sich die einzelnen Hirnregionen zu höheren Funktionseinheiten vernetzen und welche medizinischen Hilfsangebote inzwischen zielgenau gemacht werden können, wenn Hirnleistungen durch Alter, Krankheit oder Unfall eingeschränkt sind.

Die Ausstellung weitet aber auch bewusst den Blick. Sie fragt nach dem Ich und dem Selbst und wie wir uns in die Welt stellen und uns mit ihr verbinden. Dabei setzt sie bewusst auf das Sensorium der Kunst. In herausragenden Werken werden künstlerische Positionen aufgerufen, die höchst kenntnisreich, kreativ und subjektiv das Gehirn als Projektionsfläche für Menschsein in all seinen Dimensionen ausdeuten.

Besuchen
Gemälde: Indecision von Bryan Charnley
Indecision
Bryan Charnley
Skizze der Pyramidenzellen von Cajal
Pyramidenzellen der menschlichen Großhirnrinde and ihre Axone
Santiago Ramón y Cajal
Kunstwerk: Porzellanfiguren, Broken Ladies: Camilla und Gail von Jessica Harrison
Broken Ladies: Camilla und Gail
Jessica Harrison
Kunstwerk: Porzellanfigur: Broken Ladies, Camilla und Gail von Jessica Harrison
Broken Ladies: Camilla und Gail
Jessica Harrison
Hirnabbildung: Frontotemporale Demenz (Morbus Pick)
Frontotemporale Demenz (Morbus Pick)
Institut für Neuropathologie, Charité
Fotografie von einem Gedächtnistest mit Spielfiguren
Gedächtnistest mit Spielfiguren
Klinik für Neurologie, Charité
Eingangsbereich Sonderausstellung

Mitwirkende

Wir danken für die Zusammenarbeit und Unterstützung.

  • Logo Bundeskunsthalle
  • Logo Spanische Botschaft
  • Logo Charité Universitätsmedizin
  • Logo bmm Förderverein

Rückschau

  • Gemäde Sauerbruch

    22.03.2019 – 02.02.2020

    Auf Messers Schneide

    Der Chirurg Ferdinand Sauerburch zwischen Medizin und Mythos

    Sauerbruch – ein Mythos: Wie kein zweiter Arzt gilt Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) als Inbegriff des Chirurgen. Gleichzeitig scheiden sich an ihm die Geister. Im Operationssaal gibt er alles, behandelt jeden ohne Unterschied. Als Generalarzt und Forschungsgutachter wusste er in der Zeit des Nationalsozialismus aber auch um die Praxis verbrecherischer Menschenversuche im KZ und erhob seine Stimme dagegen nicht. Wie ging das zusammen? Wer war dieser Mensch? Wie wurde er zum zwiespältigen Idol? Die Ausstellung ‚Auf Messers Schneide‘ zielt auf ‚den ganzen Sauerbruch‘. Sie folgt seinem beruflichen Werdegang aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Zeichnet seine wesentlichen Lebensstationen über Breslau, Zürich und München bis Berlin nach. Würdigt seine medizinischen Leistungen wie die Entwicklung der Unterdruckkammer für Operationen am offenen Brustkorb oder die Konstruktion aktiv beweglicher Prothesenarme. Die Ausstellung begleitet seine Auftritte auf öffentlicher Bühne und zeigt ihn als politischen Akteur. Dabei wird auch seine ambivalente Haltung zum Nationalsozialismus thematisiert. Deutlich wird, wie sein Ansehen über das Kriegsende hinauswuchs, das er operierend im Bunker der Charité-Chirurgie erlebte. Bis heute prägt seine Figur maßgeblich das Bild des ärztlichen Halbgottes in Weiß.

    Bild zur Sonderausstellung

    25.10.2019 – 02.02.2020

    Die Kunst des HeilensAustralische indigene Buschmedizin

    Eine Ausstellung des Berliner Medizinhistorischen Museums und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.

    Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité stellt in den Mittelpunkt seiner Dauerausstellung die Geschichte der Erforschung des menschlichen Körpers. In rund 750 Feucht- und Trockenpräparaten zeigt der zentrale Schausaal, wie Pathologen um 1900 kranke Organe - Herz und Hirn, Leber, Lunge und Niere - gesehen, festgehalten und gedeutet haben. Ein ganz und gar westlicher Blick auf und in den Organismus tritt hier zu Tage.

    Mitten hinein in diesen Präparatesaal fügt sich nun die im australischen Melbourne konzipierte Ausstellung The Art of Healing (Die Kunst des Heilens). Bewusst als Intervention realisiert, eröffnen die indigenen zeitgenössischen KünstlerInnen mit ihren Werken einen gänzlich anderen Blick. Aufgewachsen und heimisch in ihren lokalen Gemeinschaften, haben sie ihre ureigenen Kulturen von Heilmitteln und Heilweisen in sich aufgesogen. Über die bildliche Durchdringung einer reichen heimischen Heilpflanzenwelt verweisen sie auf eine Heilerkultur, die Zehntausende von Jahren älter ist als die westliche. Mit der kontrastierenden Gegenüberstellung ihrer Kunstwerke und unserer Präparate ist die Anregung verbunden, in der Interpretation dessen, was den Menschen ausmacht und was ihm in seinen Gefährdungen nützlich ist und Abhilfe verschafft, die Sinne zu öffnen, um im wechselseitigen Austausch voneinander zu lernen.

  • Plakatmotiv

    20.04.2018 - 27.01.2019

    scheinTOT

    Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden

    Eine Ausstellung des Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité

    Um 1800 beginnt die Wissenschaft, die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel zu ziehen. In ganz Europa haben Menschen Angst davor, lebendig begraben zu werden – bald entsteht eine regelrechte Hysterie um den „Scheintod“. Die Ausstellung „Scheintot – Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden“ zeigt, wie Ärzte und Naturwissenschaftler die Grenze von Leben und Tod neu zu bestimmen suchten. Sie führten bizarre Experimente mit Elektrizität durch und bauten mechanische Rettungsapparate für Grab und Sarg. In eigens errichteten Leichenhäusern wartete man so lange auf Lebenszeichen der Aufgebahrten, bis Fäulnis Sicherheit über den Tod brachte.

    Portrait Friedrich Theodor Frerichs

    07.06.2019 - 13.10.2019

    Friedrich Theodor Frerichs 1819-1885

    Ein Berliner Internist

    Das kollektive Gedächtnis der Charité-Geschichte bewahrt bis heute die Erinnerung an zahlreiche Ärztinnen und Ärzte. Durch biografische Werke, wissenschaftliche Konferenzen oder, ganz konkret, durch Bildnisse und Skulpturen auf dem historischen Campus des Universitätsklinikums wird ihrer gedacht. Unter den Geehrten finden sich Chirurgen wie Ernst von Bergmann und Ferdinand Sauerbruch oder Internisten wie Ernst von Leyden und Rahel Hirsch. Doch, wer war Friedrich Theodor Frerichs?

    Der Internist Friedrich Theodor Frerichs galt zu Lebzeiten als der Nestor der Inneren Medizin in Deutschland. Studenten und Ärzte aus dem In- und Ausland folgten gebannt seinen Vorlesungen im Hörsaal der Medizinischen Klinik der Charité, um bei dem „Vater“ der modernen Leberheilkunde, dem Pionier der Nierenheilkunde neue Erkenntnisse zu gewinnen.

    Die Ausstellung zeichnet die Biografie eines heute weitgehend vergessenen Wissenschaftlers und Universitätslehrers nach. Sie verfolgt die Karriere eines beispiellosen Aufstiegs und seines abrupten Stillstands in Berlin und spürt der Frage nach, welche Ereignisse und Brüche in einem wissenschaftlichen und öffentlichen Leben maßgebend für eine spätere Erinnerungskultur sein können.

  • Foto unterschiedlicher Klingen mit Blutspuren

    14.10.2016 - 14.01.2018

    HIEB § STICH

    Dem Verbrechen auf der Spur

    Das Leben ist ein Rätsel. Das Sterben noch viel mehr. Was aber, wenn der Tod ganz plötzlich kommt, unvermutet, durch Hieb und Stich? Die gleichnamige Ausstellung folgt der Spur, genauer: Sie ist den Spuren auf der Spur: am Tatort, im Kommissariat und in den Sektionssälen und Laboren der Rechtsmedizin. Rechtsmediziner_innen und Kriminalist_innen verfügen über ganz eigene Techniken der Spurenanalyse. Neben der Obduktion geht es in der Rechtsmedizin um Postmortale Computertomographie, genetische Untersuchungen und Gifttests. Die Kriminalpolizei setzt Spürhunde ein, macht Blutspurenmusteranalysen und führt ballistische Untersuchungen durch. Immer bleibt die Frage: Was geben die Spuren preis, wie passt alles zusammen, wird der Fall gelöst? 

    Comic aus der Ausstellung

    27.10.2017 - 04.03.2018

    SICK!

    Kranksein im Comic

    Eine Ausstellung des Forschungsprojektes PathoGraphics im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité

    Die Interventionsausstellung „SICK! Kranksein im Comic“ stellt den medizinischen Präparaten Comics von Künstler*innen aus acht Ländern gegenüber, die individuelle Krankengeschichten erzählen. Diese Comics, die dem neuen Genre der Graphic Medicine zugerechnet werden können, entwickeln dabei je eigene künstlerische Darstellungsweisen und kommunikative Strategien: Auf drastische, kritische und gelegentlich humorvolle Weise verbinden sie die medizinisch-klinische Sicht mit dem persönlichen Blickwinkel derjenigen, die durch eigenes Erleben Experten in Sachen Krankheit, Behinderung und Pflege geworden sind.

    Comics aus dem Bereich der Graphic Medicine stoßen öffentliche Debatten an. Sie verdeutlichen die verheerenden Auswirkungen von schlecht vermittelten Diagnosen, sie loten die körperlichen und seelischen Erfahrungen aus, die mit dem Eintritt in die Welt der Medizin einhergehen, und sie thematisieren die Grenzen des medizinisch Machbaren. Gleichzeitig erzählen sie Geschichten, die Mut machen können: In ihnen werden jene sichtbar, die mit Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit leben.