Eine Ausstellung des Berliner Medizinhistorischen Museums und des Geschäftsbereichs Strategische Entwicklung der Charité

13.10.2021-20.2.2022

 

Rudolf Virchow schlief wenig und arbeitete viel. In seiner Person vereinte er universalen Forscherdrang, soziales Bewusstsein und politisches Engagement. Als Charité-Pathologe festigte er mit seinem Zellenmodell das naturwissenschaftliche Denken in der Medizin. Auf politischer Bühne stritt er für bessere Lebensbedingungen in Stadt und Staat. In Berlin allgegenwärtig, setzte sich Virchow für eine effektive Kanalisation, saubere Markhallen und Schlachthöfe, Schulen und moderne Krankenhäuser ein. Auf vielen Forschungsgebieten – Medizin, Anthropologie und Ethnologie, Kultur-, Ur- und Frühgeschichte – sammelte er und stieß bedeutende Berliner Museumsgründungen an.

Für die Charité heute bietet Rudolf Virchow in seinem Denken, Handeln und Streben eine zentrale Richtschnur und Orientierungshilfe. An dem seinerzeit bereits sehr großen Berliner Krankenhaus erhielt Virchow 1843 seine praktische Ausbildung. Hier startete er seine berufliche Karriere als Pathologe und führte über fast 50 Jahre hinweg ein weltweit angesehenes Institut für Pathologie. Mehr noch, die Charité wurde für ihn zur Basisstation, von der aus er seine weit über die Grenzen der Medizin hinausgreifenden Interessen kultivierte und Ziele verfolgte.

Die Ausstellung im neuen Charité-Schaucontainer verknüpft das Lebenswerk des in Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit hineinwirkenden Lebenswissenschaftlers mit Ideen und Konzepten der Charité für eine bessere Medizin von morgen. Virchows Anliegen und Überzeugungen treffen dabei auf Ansatzpunkte, Visionen und mögliche Konkretisierungen, welche die Charité derzeit unter dem Motto „Wir denken Gesundheit neu.“ perspektivisch über das Jahr 2030 darüber hinaus entwickelt.  

 

 

 

 

 

 

 

Modernisierung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité wird ab 2020 modernisiert. Mit einer substanziellen Baumaßnahme soll das 1899 eröffnete Museum fit für die Zukunft gemacht werden. Der auf allen sieben Etagen vorgenommene Um- und Ausbau macht eine vorübergehende Schließung des Museums von Anfang Februar 2020 bis voraussichtlich Ende 2022 notwendig.

Als Pathologisches Museum von Rudolf Virchow im Jahr 1899 eröffnet, wurde es 1998 als Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité (BMM) wiedereröffnet. Seit 2007 präsentiert das BMM die neu konzipierte Dauerausstellung sowie zahlreiche Sonderausstellungen, die jährlich mehr als 90.000 nationale sowie internationale Besucherinnen und Besucher anziehen. Im Rahmen des Umbaus soll das Museum nun grundlegend saniert und die museale Infrastruktur auf allen Etagen des Gebäudes entscheidend verbessert werden.

So entsteht beispielsweise ein neuer großzügiger Eingangsbereich mit einem Multifunktionsraum für die Museumspädagogik sowie einem Schaulabor. Zudem wird das Gebäude mit einem großen Vorplatz und die Fassade mit großen Glassegmenten – gläsernen Schauvitrinen – versehen und damit in den Stadtraum geöffnet. Auf allen Ebenen wird die Klimatechnik verbessert und es entstehen geeignete Räume für neue Sammlungsobjekte sowie zur Vorbereitung von Sonderausstellungen. Darüber hinaus bekommt das Museum zusätzliche Depots, um Lehre und Forschung sowie die Projektentwicklung an und mit den Exponaten wesentlich zu erleichtern.

„Seit der Eröffnung des Museums sind inzwischen 120 Jahre vergangen und wir freuen uns umso mehr, dass unser Medizinhistorisches Museum jetzt grundlegend modernisiert und ausgebaut wird. So sind wir gut gerüstet für das 21. Jahrhundert“, erklärt Prof. Dr. Thomas Schnalke, Direktor des BMM. Er fügt hinzu: „Mit einer kostenfreien Finissage vom 30. Januar bis 2. Februar 2020 verabschieden wir uns in die Umbauphase.“ Während der Schließzeit ab dem 3. Februar ist das Museum dann weiterhin im Außenbereich mit Highlights der Dauerausstellung in Bild und Text sichtbar.