Aya Ben Ron: A VOYAGE TO CYTHERA

Nicht erst seit der großen SCHMERZ-Ausstellung im Hamburger Bahnhof und im Berliner Medizinhistorischen Museum (BMM) der Charité ist die israelische Künstlerin Aya Ben Ron in Berlin ein Begriff. Virtuos bedient sich die Absolventin des Londoner Goldsmiths College der unterschiedlichsten Medien: In Skulpturen, Videoarbeiten, Zeichnungen, Photographien, Texten und Soundinstallationen setzt sich Ben Ron intensiv und höchst sensibel mit der modernen Medizin sowie ihren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und den Einzelnen auseinander. Das umfassende Werk von Aya Ben Ron (*1967 in Haifa, Israel) wurde bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen gewürdigt, u.a. im MOCA Shanghai und im Fotomuseum Winterthur.

Unter dem Baudelaire’schen Titel „A Voyage to Cythera“ finden nun zwei Einzelausstellungen im BMM und in der Berliner Galerie AANDO FINE ART statt. Thema von Ben Rons Ausstellungsprojekt ist die Wahrnehmung und Darstellung des Körpers in Kunst und Medizin, wobei die Künstlerin die kategorische Grenze zwischen den Disziplinen bewusst verwischt und überwindet. Das Pathologische wird in Ben Rons Werk nicht ästhetisiert, und auch einer emotionalen Deutung verweigern sich die graphisch reduzierten Arbeiten trotz der inhaltlichen Allgegenwärtigkeit von Tod und Schmerz konsequent.

Die von Galit Eilat kuratierte Ausstellung im BMM zielt auf eine Intervention in die Sammlung ab: Gefasst von einer Soundinstallation sowie diversen Texten und Gedichten der Künstlerin, wird eine Serie großformatiger Arbeiten und Videoinstallationen temporär in die Dauerausstellung des Museums integriert. Darin setzt sich die Künstlerin im Speziellen mit Grenzerfahrungen von Patienten im Krankenhaus und vor allem auch mit Status und Würde der im Museum ausgestellten Präparate auseinander.

Parallel beleuchtet Aya Ben Ron in den Räumen der Berliner Galerie AANDO FINE ART die Hintergründe des Projekts und präsentiert unter dem Titel “FIRST AID” neueste Arbeiten.

Im Rahmen des Projekts erscheint “Hanging”, die erste retrospektive Monographie Ben Rons, im Verlag Hatje Cantz.

Mit freundlicher Unterstützung von OUTSET, schir und der Botschaft des Staates Israel in Berlin.

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