Who cares? - Geschichte und Alltag der Krankenpflege

Die Zukunft der Pflegeberufe in Deutschland ist eines der meist diskutierten gesundheitspolitischen Themen dieser Tage. Die demographische Entwicklung wird in den kommenden Jahren neue Strukturen in der pflegerischen Versorgung und angemessene Lösungen für den steigenden Pflegebedarf erfordern. Zudem gibt es einen Trend zu mehr Professionalisierung in der Krankenpflege, wie sie in anderen Ländern schon vielfach erreicht ist. Die Entwicklung in Deutschland weist Besonderheiten auf, die unter anderem historisch begründet sind.

Der Blick in die Geschichte der Krankenpflege zeigt, dass die Entwicklung dieses Berufszweiges vor allem durch eines geprägt ist: Vielfalt. Die Herauslösung der Aufgaben aus dem Familienverband und die parallel verlaufende Entstehung des modernen Gesundheitswesens mit der Zunahme stationärer Einrichtungen gaben den Weg für die Entwicklung sehr unterschiedlicher Organisationsstrukturen frei. Diese bildeten sich teils parallel, teils zeitlich versetzt vor allem im kirchlichen und weltlichen Bereich sowie durch die Kriegskrankenpflege heraus – immer vor dem Hintergrund sich wandelnder politischer Gegebenheiten. Dadurch war es den Pflegenden in den deutschen Städten und Ländern über lange Zeit kam möglich, sich in wenigen Interessensgruppen zusammenzuschließen. Gegen die zhalreichen äußeren Einflüsse konnten sie sich kaum Gehör verschaffen, kurz: Die Verberuflichung und Professionalisierung der Krankenpflege brauchte Zeit – ein Umstand, der so manches aktuelle Problem der Pflegenden erklären kann.

Die Ausstellung „Who cares? – Geschichte und Alltag der Krankenpflege“ möchte einen näheren Einblick in die Herausbildung und die alltägliche Arbeit des Berufsstandes geben, der einer der tragenden Säulen und die größte Gruppe im hiesigen Gesundheitswesen darstellt. Ab etwa 1800 setzt ein Prozess der Berufswerdung ein, der durch viele Faktoren beeinflusst ist und vor allem eines zeigt: Vielfalt in den Strukturen. Der Alltag der Pflegenden bedeutet die tägliche Auseinandersetzung mit Krankheit und Leid der einzelnen, ihnen anvertrauten Patienten. Dabei gibt es zahlreiche grundlegende Aufgabenbereiche, ebenso wie spezialisierte Betätigungsfelder. Diese werden ebenso thematisiert wie die Faktoren, die die Arbeit der Pflegenden erschweren, etwa Zeitmangel oder die ständige Konfrontation mit Grenzerfahrungen. – Der Fokus der Ausstellung liegt auf dem stationären Krankenpflegebereich. Kinder-, Alten-, psychiatrische oder häusliche Pflege folgen zum Teil anderen Anforderungen. Sie können daher in dieser Ausstellung nur angerissen werden.

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