Ilana Halperin. Steine

Eine Ausstellung mit Werken von Ilana Halperin am Schnittpunkt zwischen Kunst, Medizin und Geologie

Ein Ausstellungsprojekt des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité

Das internationale Kooperationsprojekt zielt auf eine Präsentation von Werken der im schottischen Glasgow ansässigen Künstlerin Ilana Halperin in den Spannungsfeldern physischer Geologie und Körpermineralogie, Kunst und Wissenschaft. Halperin setzt sich in ihren Arbeiten am Beispiel von Vulkanen, Meteoriten und Höhlen mit geologischen Landschaftsformationen und ihren kulturellen Transformationen auseinander. Sie schärft den Blick für die Dimension der Zeitlichkeit natürlicher Prozesse und verknüpft dazu Feldstudien in Hawaii, Island, Frankreich und China mit Recherchen in Museen, Archiven u nd Laboren. In ihrem künstlerischen Schaffen kooperiert sie mit geologischen Spezialisten und wissenschaftlichen Institutionen, wie etwa dem Global Volcanism Program, dem British Geological Survey und dem Earthwatch Institute.

Aktuell richtet Halperin ihren künstlerischen Blick radikal neu aus. Sie wendet ihn in das Innere des menschlichen und tierischen Körpers und lenkt ihn auf die dort vorfindbaren Gesteinsformationen: Gallen-, Nieren-, Harnblasensteine sowie Verkalkungen von Gefäßen und Organen. Dabei greift sie den Faden auf, den "Körpermineralogen" im 18. Jahrhundert ausgelegt hatten. So bargen und untersuchten etwa die Berliner Anatomen Johann Gottlieb Walter und Friedrich August Walter in großer Zahl derartige Körpersteine und vollzogen in ihren wissenschaftlichen Ausdeutungen einen Kurzschluss zwischen antiker Viersäftelehre und moderner Experimentalchemie. Heute bilden ihre Steine den Grundstock der Sammlungen des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité. Aus der intensiven Beschäftigung mit diesen Sammlungsbeständen und einschlägigen Konvoluten aus dem Berliner Museum für Naturkunde hat Halperin künstlerische Arbeiten geschaffen, die nach tieferen Beziehungen zwischen geologischen Formationen in freier Natur und im menschlichen und tierischen Körper fahnden. Ihre methodischen Schlüsselbegriffe lauten hierbei "Zeit", "Fluss", "Prozess" und "neue Landschaften". Als Ergebnisse ihres Werkprozesses werden Stiche, Holzschnitte, Aquarelle, fotografische Arbeiten, Filme und Skulpturen, die sie in geothermalen Quellen Islands gefertigt hat, zur Ausstellung gelangen.

Die Ausstellung wird im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité vom 27.01. bis 23.09.2012 zu sehen sein. Kuratiert wird das Ausstellungsvorhaben von Dr. Sara Barnes (Berlin) und Prof. Andrew Patrizio (Edinburgh). Während der Laufzeit wird eine zweisprachig (deutsch-englisch) abgefasste Begleitpubliktion erscheinen (gesonderte Ankündigung folgt).

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